Warum wir essen – Physischer und emotional Hunger

Emotionaler Hunger: Warum wir essen, kann so unterschiedliche Gründe haben. Wir essen nicht nur, weil wir Hunger verspüren. Nein, wir essen auch, weil es Essenszeit ist, weil Essen herumsteht, weil wir etwas Bestimmtes riechen oder weil wir emotionale Löcher stopfen. Je nachdem, welches Ausmaß die Gründe außer körperlichem Hunger einnehmen, kann das enorme Folgen für das Wohlbefinden mit sich bringen. Gewichtszunahme, unreine Haut durch die “falsche” Lebensmittelwahl, ein aufgedunsenes Körpergefühl und ein ausgeprägtes schlechtes Gewissen sind nur einige mögliche Folge von emotionalem Essen.

Im heutigen Artikel erfährst du:

  • den Unterschied zwischen emotionalem und physischem Hunger
  • die Gründe für emotionalen Hunger
  • Wege zum Umgang mit emotionalem Hunger

bevor du im nächsten Teil der Artikelserie mehr darüber lernst, wie du emotionales Essen überwindest.

Körperlicher oder emotionaler Hunger? Erfahre die Gründe, warum wir wirklich essen und wie du emotionales Essen überwinden kannst. #abnehmen #emotionales #essen #ernährungstipp

So entscheidest du emotionalen und physischen Hunger

Hunger. Was ist das eigentlich für ein Gefühl? Sicherlich hast du Hunger schon in unterschiedlichen Formen wahrgenommen. Emotionaler Hunger kann sich manchmal sehr ähnlich anfühlen wie physischer Hunger. Damit du beiden voneinander unterscheiden kannst, erkläre ich dir die größten Unterschiede. 

So entsteht körperlicher Hunger

Der körperliche Hunger macht sich meist durch die Magenleere bemerkbar. Er bahnt sich langsam an, breitet sich allmählich in deinem Körper aus und nagt in deinem Inneren. Er kann begleitet werden durch Konzentrationsschwierigkeiten, Gedanken an Essen, leichte Kopfschmerzen und ein Schwächegefühl. In sehr starken Fällen oder bei sensiblen Menschen kann sogar ein Zittern oder Kreislaufprobleme auftreten. Körperlicher Hunger richtet sich normalerweise nicht auf ein spezielles Lebensmittel oder Gericht. Natürlich kannst du Appetit auf etwas Bestimmtes haben, jedoch lässt sich der physische Hunger auch durch etwas anderes stillen.

Nach dem Essen verspürst eine Sättigung. Vorausgesetzt natürlich, du hast ausreichend Energie, Makro- und Mikronährstoffe zugeführt. Je nachdem, wie viel du isst und welche Nahrung du wählst, erfährst du etwa 20-30 Minuten ab Beginn der Nahrungsaufnahme ein Sättigungsgefühl.

Körperlicher Hunger lässt sich meist eine Weile ertragen, bis er so nagend wird, dass du ihn befriedigen musst.

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Emotionaler Hunger

Anders ist der emotionale Hunger. Er kommt häufig schlagartig und will sofort befriedigt werden. (Achtung: auch körperlicher Hunger kann in besonderen Fällen manchmal sehr plötzlich akut werden, wenn beispielsweise der Blutzucker deutlich absinkt. Das kann manchmal nach körperlicher Belastung oder aufputschenden Substanzen wie Koffein der Fall sein.)

Meistens bezieht sich emotionaler Hunger auf ein bestimmtes Nahrungsmittel oder Gericht. Oft handelt es sich dabei um sogenannte “Comfort Foods”, also Essen, das besonders mit Wohlfühlen assoziert wird.

In Momenten des emotionalen Hungers isst du oftmals, ohne darüber nachzudenken und aus einem unsichtbaren Impuls heraus. Emotionaler Hunger kann durch Essen nicht gestillt werden. Das heißt, dass du keine Sättigung verspürt und das Essen dich nicht in dem Maße befriedigt, wie es das bei physischem Hunger täte. Eventuell tritt sogar ein schlechtes Gewissen auf – obwohl dies keine abschließende Wertung zulässt. Denn bei essgestörten Verhaltensweisen kann auch der befriedigte physische Hunger zu einem schlechten Gewissen führen.

Emotionaler Hunger - warum wir essen und wie du richtig mit dem seelischen Heißhunger umgehst.

Emotionaler Hunger: Auslöser und Gründe

Die Gründe und Auslöser für emotionalen Hunger sind ungefähr so vielfältig wie die Personen, die ihn haben. Dennoch gibt es einige, die für viele Personen eine Rolle spielen. Wenn du deine Auslöser herausfinden willst, gehst du am besten die folgende Liste durch. Vielleicht erkennst du deine Muster und Trigger.

Häufige Auslöser für emotionalen Hunger sind:

  • Wut
  • Stress
  • Trauer
  • Freude
  • Langeweile
  • Unsicherheit
  • Überforderung
  • Übertraining
  • Schlafmangel
  • Unzufriedenheit (mit dir selbst, deiner Arbeit, deiner Beziehung, etc.)
  • Nahrungsangebot (offen herumstehendes Essen, Düfte von Essen, Bilder von Essen, jemand kocht)
  • Wetter
  • Einsamkeit
  • Selbsthass/-bestrafung, sich schaden wollen
  • Verbote (z.B. keine Kohlenhydrate, kein Essen nach 18 Uhr, keine Süßigkeiten, etc.)
  • mangelnde Selbstliebe, mangelnde Selbstachtung (auch: Gefühl mangelnder Liebe und Achtung durch andere)
  • Arbeit/Schule
  • Uhrzeiten
  • Verabredungen, bestimmte Personen
  • Belohnung, sich etwas Gutes tun wollen
  • mangelnde geistige/körperliche Auslastung und Befriedigung
  • Serotonin-/Dopaminmangel (Mangel an Glückshormonen/Neurotransmittern)
  • Restaurants, Buffets, All you can eat
  • Urlaub, All inclusive Hotels
  • innere Leere, subjektiver Mangel an etwas

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Emotionalen Hunger überwinden – so geht’s

Wenn du unter emotionalem Hunger leidest, gibt es einige Dinge, die du tun kannst. Die Erkenntnis ist bereits der erste und wichtigste Schritt. 

In diesem Abschnitt gebe ich dir lediglich ein paar erste Tipps, wie du mit emotionalem Hunger umgehen kannst. Möchtest du eine ausführliche Lösung für dein Problem, findest du in diesem Blogartikel erfolgserprobte Strategien gegen emotionalen Hunger

  • Erkenne deine Auslöser und Trigger. 
  • Umgehe die Auslöser und finde Wege, wie du auslösende Situationen ins Bessere wenden kannst. Es kann beispielsweise helfen, Essen nicht mehr sichtbar herumstehen zu lassen, dich körperlich und geistig in richtigem Maße zu fordern und ausreichend auf Selbstfürsorge zu achten. 
  • Iss achtsam und schaffe dir eine ungestörte Umgebung fürs Essen. Das bedeutet auch, auf Ablenkungen aller Art zu verzichten. Denn durch Gedankenlosigkeit verlierst du leicht das Gefühl für “satt” und “genug” und läufst Gefahr, zu überessen.
  • Iss das, wonach du dich fühlst und wovon du weißt, dass es dir guttut.
  • Iss nur, wenn du physischen Hunger verspürst.
  • Höre auf, wenn du 90% satt bist oder wenn du denkst, dass du satt sein solltest.
  • Unterbrich deine Verhaltensmuster, wenn sie auftreten und finde Ursachen dafür. Frage dich zum Beispiel, warum genau in dieser Situation der Dran zu essen entsteht und ob du wirklich möglicherweise Hunger hast.
  • Finde neue Verhaltensmuster, die das emotionale Essen künftig ersetzen dürfen.
  • Finde neue Glaubenssätze, die dein Verhältnis zur Nahrung verbessern können. Das könnte zum Beispiel sein:”Das richtige Maß an Essen gibt Energie und hilft mir, meine Ziele zu erreichen”.
    Emotionaler Hunger - warum wir essen und wie du richtig mit dem seelischen Heißhunger umgehst.


Ist emotionaler Hunger auch dein Begleiter? Weißt du, was ihn auslöst? Wie gehst du damit um? Hast du noch Tipps und Tricks, die in dieser Liste fehlen?

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18 thoughts on “Warum wir essen – Physischer und emotional Hunger

  1. danke für den artikel!
    ich leide seit längerer zeit darunter und wäre dir über weitere bewältigungsstrategien oder deine gedanken dazu sehr dankbar!

  2. Bei mir ist Schokolade abends oft die Belohnung für den Tag. Alles geschafft, runter kommen, ein Tröster.
    Jetzt versuche ich 14 Tage auf den süßkram zz verzichten aber es fällt mir sehr schwer. Ich würde mich auch freuen mehr zu lesen.

    1. Das ist ja leider ein sehr typisches Problem. Hast du mal in dem Beitrag “Erziehe deinen Körper” gelesen? Ansonsten kommt bald mehr zum Thema 🙂

  3. Hey 🙂 Du hast genau mein derzeitiges Thema getroffen mit dem ich mich persönlich beschäftige. Hunger ist nicht gleich Hunger. Und was wir (die regelmäßig essen können) als Hunger empfinden ist ein anderer Hunger als in der 3. Welt, um es mal krass darzustellen. Emotionalen Hunger kenne ich (vor allem in der WK- Diät) nur zu gut. Man möchte sich belohnen für harte Trainingseinheiten bspw. Sehr gut erkennbar sind für mich auch in dieser Zeit Gewohnheiten… Mittagszeit auf der Arbeit- es wird gegessen- egal, ob Hunger oder nicht. Das habe ich mir nun abgewöhnt und esse wirklich nur, wenn ich zu dem Zeitpunkt Hunger habe- ansonsten später. Auf jeden Fall ein toller Artikel. Spannend fände ich noch die Verbindung zum intuitiven Essen. Schließlich hört man da ja auf seinen Körper, was auch widerum mit Emotionen zusammenhängt, wenn man es nicht rein physisch betrachtet. Liebe Grüße, Natascha

  4. Hallo liebe Paula,

    ich hab ja schon auf Facebook geschrieben, dass ich deinen Artikel und die Tipps super finde. 😀 Mir hat es immer sehr geholfen, den Hunger zu “hinterfragen” (ohne Selbstkritik): Habe ich wirklich Hunger? Warum will ich gerade jetzt was essen? Kann es sein, dass es nur eine Ablenkung ist und ich dadurch einer Stresssituation entgehen will? etc. und dann entsprechend darauf zu reagieren.

    Liebe Grüße und ein schönes WE,
    Feli

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