Frauen & Fitness: Was du über hormonelle Verhütung wissen solltest

Die Wahrheit über hormonelle Verhütung - wie sie deine psychische, mentale und körperliche Fitness beeinflusst! Weißt du, wie sich die Pille auf deine Partnerwahl, deinen Muskelaufbau und deine emotionale Stabilität auswirkt?

Ich weiß. Die Pille ist nun allmählich schon ziemlich abgegrast als Thema. Es wimmelt im Netz förmlich von Pillen-Bashing. Aber ich möchte heute weitergehen. Und mich der ganzen Thematik rund um hormonelle Verhütung näher widmen. Weil ich immer noch denke, dass es häufig unterschätzt wird. Oder weißt du genau, wie hormonelle Verhütungsmittel dich wirklich beeinflussen? Was hormonelle Verhütungsmittel mit deinem Geruchssinn und deiner Partnerwahl anstellen?

In diesem Artikel werde ich dir erzählen:

  • Welche Verhütungsmittel hormonell sind.
  • Wie hormonelle Verhütungsmittel wirken und dich beeinflussen.
  • Welche Auswirkungen hormonelle Verhütungsmittel auf deine körperliche und mentale Fitness haben.
  • Welche Alternativen es gibt.
  • Meine persönlichen Erfahrungen mit Pille und der Zeit danach.

Wie sich eine hormonelle Verhütung auf deine Partnerwahl, Fitness, Muskelaufbau und deine emotionale Stabilität auswirkt.

Welche Verhütungsmittel sind eigentlich hormonell?

Gehörst du zu den Personen, die die Pille durch ein andere Form der Verhütung ersetzt haben oder ersetzen wollen? Zum Beispiel den Nuvaring (Verhütungsring) oder aber eine Hormonspirale? Dann wurde dir leider Blödsinn erzählt. Denn diese Alternativen zur Pille sind nicht minder hormonell. Zur hormonellen Verhütung gehört nämlich folgendes:

  • Die Antibaby-Pille
  • Verhütungsring (häufig „Nuvaring“)
  • Hormonspirale
  • Hormonspritze
  • Hormonpflaster
  • Hormonstäbchen

Wie wirkt hormonelle Verhütung?

Je nach hormonellen Verhütungsmittel sieht die Wirkweise ein wenig anders aus. Einige hormonelle Verhütungsmittel verhindern den Eisprung. Andere verändern den Zervixschleim, also den Schleim im Gebärmuttelhals, um es Spermien unbequem zu machen. Wieder andere vermindern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindern somit die Einnistung einer befruchteten Eizelle.

Fakt ist, all diese Verhütungsmittel greifen in den natürlichen weiblichen Zyklus ein. Bei einigen dieser Verhütungsmittel wird dir vorgegaukelt, du hättest nach wie vor deine Periode, weil du alle drei Wochen pausierst und eine leichte Blutung einsetzt. Doch diese Abbruchblutung hat absolut nichts mit deiner Periode zu tun. Dementsprechend ist das Ausbleiben oder Erscheinen dieser Blutung auch kein Zeichen für oder gegen eine Schwangerschaft.

Lokale hormonelle Verhütungsmittel wie der Verhütungsring oder die Hormonspirale sind übrigens nicht weniger relevant als die Pille oder das Hormonstäbchen. All diese Verhütungsmittel haben etwas gemeinsam: sie greifen massiv in das Hormonsystem der Frau und ihren Zyklus ein.

Dass der weibliche Zyklus uns Frauen insofern mehr beeinflusst, als nur Gebärmutterschleimhaut aufgebaut und wieder abgestoßen wird, habe ich dir bereits hier in dem ersten Artikel über Frauen & Fitness erklärt. Doch wie beeinflusst wirklich ein hormonelles Verhütungsmittel deinen Körper? Was verändern hormonelle Verhütungsmittel in deiner Psyche?

Hormonelle Verhütung und körperliche sowie mentale Fitness

Hormonelle Verhütungsmittel haben Nebenwirkungen. Eine ganze Menge Nebenwirkungen. Die aber gerne mal unter den Tisch gekehrt und unterschätzt werden. Oder aber verharmlost werden – schließlich hast du durch die Pille auch schon mit 15 eine super reine Haut, große Brüste und weniger Schmerzen während deiner äußerst regelmäßigen Regel (die ja gar keine Regel ist, aber das wird dir natürlich nicht erzählt). Klingt doch zu schön um wahr zu sein, oder? Richtig, es ist nämlich auch nicht die ganze Wahrheit.

Die häufigsten Nebenwirkungen der Pille liegen in Gewichtsveränderungen. Du bekommst leicht mal Wassereinlagerungen oder gar Heißhungerattacken und nimmst an Körperfett zu. Dazu kommen möglicherweise Kopfschmerzen, häufige Blasenentzündungen, sexuelle Unlust und wiederkehrende Pilzinfektionen. Klingt spaßig auf jeden Fall. Und weil das noch nicht reicht, gehen wir für die reine Haut und die großen Brüste doch gerne mal ein erhöhtes Thrombose- und Brustkrebsrisiko ein. Das gesteigerte Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt lohnt sich sicherlich für reinere Haut und einen regelmäßigen „Zyklus“.

Weißt du, das sind schonmal die Nebenwirkungen, die auf wirklich viele Frauen zutreffen. Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Es gibt immer Frauen, die gut damit zurecht kommen und vielleicht gar nicht anders wollen. Dennoch möchte ich dir hier alles aufzeigen, was passieren kann. Und noch viel mehr: Was sich verbessern kann, wenn du dich von hormonellen Verhütungsmethoden verabschiedest.

Wie sich eine hormonelle Verhütung auf deine Partnerwahl, Fitness, Muskelaufbau und deine emotionale Stabilität auswirkt.

Hormonelle Verhütung und körperliche Fitness

Wie so oft gibt es leider bisher wenig Studien zu hormonellen Verhütungsmethoden und körperlicher Fitness. Aber die paar, die es gibt, weisen daraufhin, dass dir hormonelle Verhütungsmethoden Nachteile bringen können. Deine hormonelle Ausgangslage begünstigt beispielsweise vermehrte Fett- und Wassereinlagerungen und reduziert deine Fähigkeit für den Muskelaufbau um bis zu 60% [1]. In einigen Fällen macht es dich mental schwach und weniger widerstandsfähig gegen Belastungen – beides schlecht, um deine körperliche Leistung aufzubauen.

Was hormonelle Verhütung und Ausdauersport angeht, konnte ich leider keine Studien finden – lediglich einen genialen Selbstversuch von Natalie Jachmann, den du hier lesen kannst.

Hormonelle Verhütung und mentale Fitness

Kommen wir zu den Auswirkungen, die mich persönlich am meisten interessieren und schockieren. Klar, Wassereinlagerungen sind scheiße. Weniger Muskelaufbau ist doof. Vermehrtes Krankheitsrisiko ist noch viel schlimmer. Aber wenn dann auch noch der Kopf leidet, ist für mich die ganze Sache vorbei.

Die Pille steht im Verdacht, Depressionen zu verstärken oder gar auszulösen [2]. Obwohl es inzwischen mehrere Studien gibt, die das beweisen, streiten dies nach wie vor einige Frauenärzte vehement ab – meine damalige Frauenärztin fand es gerechtfertigter, mich zunächst zum Psychiater zu überweisen, als vorerst die Pille abzusetzen, als mich das Gefühl verfolgt, diese würde meine Depressionen massiv verstärken. Darüber hinaus verstärkt die Pille häufig Verhaltens- und Gedankenmuster, für die wir Frauen gerne verurteilt werden – erhöhte Reizbarkeit, erhöhte Verletzbarkeit, Weinerlichkeit, Ungeduld, verminderter Antrieb und Gemütsschwankungen. Weiters verändern hormonelle Verhütungsmittel unseren Geschmack in Männer. Während wir ohne hormonelle Verhütungsmittel Männer bevorzugen, die die besten Gene für unseren Nachwuchs bringen, fühlen sich Frauen unter der Pille häufig mehr zu Männern hingezogen, die eine gute Vaterrolle einnehmen und auf unsere Kinder aufpassen könnten.

Alternativen zu hormoneller Verhütung

Sei beruhigt – Hormone sind nicht die einzige Möglichkeit zur sicheren Verhütung. Unterschiedliche Methoden können zum Einsatz kommen.

Ich persönliche habe in der Kupferkette meinen absoluten Favoriten gefunden. Eine Narkose und ein 5-minütiger Eingriff machen die Arbeit für fünf Jahre. Seit einigen Jahren bin ich nun glücklich mit meiner Kupferkette und habe absolut keine Probleme. Und das Beste: Ich muss mir keine Gedanken mehr darum machen, ob die Pille auch wirklich wirkt, ich sie möglicherweise vergessen oder zum falschen Zeitpunkt eingenommen haben könnte.

Meine Erfahrung mit der Pille und der Zeit danach

Ein rein wissenschaftlicher Artikel wäre langweilig, wenn ich nicht am Ende noch von meinen  eigenen Erfahrungen erzählen würde, oder? Deshalb lass mich dir erzählen, wie es mir mit der ganzen Geschichte ging.

Nicht umsonst setze ich mich schon seit Jahren so intensiv mit der ganzen Thematik auseinander. Ich hatte den klassischen Verlauf – obwohl es mir missfiel, lies ich mir mit 16 die Pille verschreiben. Schließlich machte Frau das damals so, wenn sie einen Freund hatte. Ein knappes Jahr habe ich das Ganze versucht, bis ich das Experiment „hormonelle Verhütung“ für mich persönlich als abgeschlossen erklärte. Neben Wassereinlagerungen und furchtbarsten Heißhungerattacken konnte ich fast alle psychischen Nebenwirkungen, die ich oben beschrieben habe, feststellen. Am stärksten jedoch waren die Depressionen. Ich litt schon vorher an Depressionen. Aber das, was ich dann mit der Pille erlebte, war der reinste Horror. Ich war nicht mehr ich selbst. Ich fühlte mich dauerhaft aufgequollen und unwohl, stand neben mir. Konnte nicht mehr klar denken und mich schlechter konzentrieren. Gut, ich hatte tatsächlich etwas reinere Haut. Und vor Allem hatte ich riesengroße Brüste. Aber ersteres stand in keinem Verhältnis zu den Depressionen, die ich hatte und letzteres war schon mehr Qual als Freude.

Als ich meiner damaligen Frauenärztin von meinen Problemen mit verstärkten Depressionen und Wassereinlagerungen erzählte, versuchte diese mir lediglich eine Pillensorte nach der nächsten zu verschreiben. Auf meine Frage nach hormonfreien Alternativen sagte sie, es gäbe für Frauen in meinem Alter nichts als Kondom – und das sei ja recht unsicher. Nach 1,5 Jahren Pille machte ich mich selbst auf die Suche und fand heraus, dass es wohl doch eine Alternative gäbe: die Kupferkette. Damals war das noch relativ neu und kaum jemand setzte sie ein, doch ich fand einen Arzt, der mir diese legen wollte. Nach endlosen Diskussionen mit der Krankenkasse (schließlich war ich noch unter 18 und normalerweise bezahlt in solchen Fällen die Krankenkasse die Verhütung. Nur nicht besonders gern, wenn es nicht die Pille ist), ließ ich sie mir auf eigene Kosten legen und setzte die Pille ab.

Es dauerte zwei Wochen, da hatte ich ohne Veränderung meiner Ernährung oder Ähnliches zwei Kilo Wasser verloren. Weitere paar Monate und ich fühlte mich auch psychisch besser. Mehr Energie, weniger Depression. Mehr ich. Schwankungen waren nach wie vor da. Aber ich hatte das Gefühl, mehr und mehr ich zu werden und zu mir zurückzukommen.

Meine Periode kam extrem unregelmäßig. Bis heute habe ich keine Regelmäßigkeit in meinem Zyklus, aber das ist okay. Damit komme ich tausendmal besser zurecht als mit dem Gefühl, dass mir damals die Pille machte.

Einen weiteren Zusammenhang kann ich nur vermuten, nachdem ich die unten verlinkten Studien gelesen habe – die Anziehung zu meinem damaligen Freund ließ etwa ein halbes Jahr nach Absetzen der Pille nach. Dass auch andere Gründe dort hereinspielten, ist mir ganz klar. Doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Pille dort den Rest gegeben hat.

Fazit

Hormonelle Verhütungsmittel haben einen großen Einfluss auf unseren Körper. Wohl ist dieser Einfluss von Frau zu Frau unterschiedlich und ich denke auch hier hat es mit meiner generellen Depressionsneigung sowie Hochsensibiltät zu tun, dass ich überhaupt nicht mit der Pille zurechtkam, doch ich kann jeder Frau empfehlen, sich ernsthaft mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Wer nicht wagt – der nicht gewinnt! Für mich persönlich war das Absetzen der Pille und das Verhüten mit der Kupferkette die absolut beste Entscheidung, die ich immer wieder ganz genau so treffen würde.

Wie verhütest du? Hast du dich schonmal damit auseinandergesetzt, wie sich dein Verhütungsmittel auf deine mentale und körperliche Fitness auswirkt?

Quellen:

[1] https://www.sciencenews.org/blog/science-public/birth-control-pills-can-limit-muscle-training-gains

[2] http://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2552796

http://www.pnas.org/content/111/48/17081.abstract

http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/279/1732/1430

http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/264/1387/1471

17 thoughts on “Frauen & Fitness: Was du über hormonelle Verhütung wissen solltest

  1. Sehr guter Artikel! Es wird einfach viel zu wenig aufgeklärt. Ich wurde wegen meiner Migräne jahrelang von Arzt zu Arzt geschickt und habe eine Pille nach der anderen ausprobiert. Inzwischen hab ich die Kupferkette und hab meinen Körper wieder zurück! Es ist so schlimm, welche Auswirkungen Hormone auf den Körper haben… Und auch wenn es über dieses Thema Pille 4828492 Blogposts gibt – es sind noch immer zu wenige! Es wissen immer noch genug Frauen noch nicht, was sie sich antun und genug Männer wissen nicht, was ihre Frauen durchmachen.

    1. Ich nehme die Pille seit Ewigkeiten, möchte sie allerdings absetzen. Ich habe für mich aber noch keine gute Alternative gefunden, da ich mich aufgrund meines Alters nicht für einen längeren Zeitraum auf „keine Kinder“ festlegen möchte.

      Deine ganzen negativen Erfahrungen mit der Pille kann ich aber übrigens nicht unterschreiben.
      Ich nehme sie seit ca. 15 Jahren und hatte leider nie große Brüste 😉 Auch mit Depressionen oder falscher Partnerwahl (diese Aussage befinde ich übrigens für sehr kritisch) hatte ich nichts am Hut. Ja, ich habe mich auch schon von mehreren Männern wieder getrennt, aber ich würde das nicht auf die Pille schieben.
      Nichtsdestotrotz möchte ich die Pille in Zukunft absetzen, einfach um mir nicht jeden Tag die Hormone „reinzuballern“.

      1. Natürlich, liebe Katharina, das ist nichts, was JEDEM so passieren muss. Ich habe ja auch geschrieben, dass einiges davon nur in Verdacht steht (z.B. die Partnerwahl), anderes jedoch bestätigt ist. Das hängt eben auch vom Menschen ab. Ich habe auch Freundinnen, denen es sehr gut mit der Pille geht, aber ein bisschen Skepsis finde ich angebracht.
        Viel Glück bei deinem Weg!

  2. Ich verhüte mit der Kupferspirale und bin bisher super zufrieden! Habe sie seit September 2016, also bald ein Jahr. Auch bei mir war es so, dass die Pille zu starken Stimmungsschwankungen (in Verbindung mit Depressionen) geführt hat, der schlussendliche Grund für das Absetzen nach fast 2 Jahren Pille mit 2 verschiedenen Pillen war dann das erhöhte Thrombose-Risiko, über welches ich am Anfang nicht so gut aufgeklärt wurde. Erblich bedingt habe ich da schon eine Veranlagung, sowohl mein Vater als auch seine Mutter litten unter Thrombose, weshalb ich mich entschied, die Pille abzusetzen. Mein Zyklus ist immer noch nicht regelmäßig, er ist statt 4 Wochen meist 5 Wochen lang und ich habe mehr Schmerzen als zuvor. Aber all das ist es mir wert.

  3. Ich finde es gut, dass die Pille immer mehr angezweifelt wird. In meiner Klasse nahm sie wirklich jede, nur mir war sie immer schon suspekt.
    Ich hatte als ich 18 war für 4 Jahre keine Periode mehr, einfach so. Gegen Ende dieser Zeit hatte ich sehr sehr starke Knochenschmerzen, konnte fast keinen Sport machen, nichtmal mehr abends im Bett sitzen und lesen weil das schon im Rücken weh getan hat.
    Meine FA hat mir so etwas wie eine abgeschwächte Pille verschrieben, weil mein Hormonhaushalt sonst nicht klar kommt. Innerhalb von zwei Wochen waren alle Knochenschmerzen weg und bis auf häufige Übelkeit und ja, auch Stimmungsschwankungen, geht es mir auch gut, ich habe nicht zugenommen und keinen Leistungseinbruch im Sport erlebt. Aber beim lesen des Beipackzettels sträubte sich mir innerlich auch alles, vor allem was Krebsrisiko, Thrombosen usw. angeht, Schäden die man dann ja erst langfristig feststellen kann. Wenn ich mich entscheiden könnte, würde ich ohne Pille leben. Vielleicht geht es irgendwann wieder.

  4. Was mich bisher davon abhält, die kupferkette einsetzen zu lassen, ist das Risiko einer eileiterverklebung. Da ich später vielleicht Kinder haben möchte, wäre das der Super-GAU für mich. Ansonsten finde ich gut, wie du beschreibst, dass gerade Ärzte das Risiko und die Nebenwirkungen oft so drastisch runter spielen. Mein Frauenarzt findet nämlich auch dass Frauen eh keine Muskeln aufbauen wollen, darum macht das auch nix. Traurige Sache.

  5. Sehr guter Artikel! Ich nehme die Pille mittlerweile, mir Unterbrechung, seit 8 Jahren. Eigentlich würde ich mich gerne davon trennen, allerdings hatte ich in meiner letzten Pillenpause eine Endometriose und dadurch einen Eierstock verloren. Danach hat mir meine Frauenärztin die Pille wieder verschrieben, da diese Endometriosen vorbeugt. Bin sehr hin und her gerissen momentan…

  6. Vor fast zwei Jahren habe ich die Pille abgesetzt. Nicht weil ich Nebenwirkungen hatte, sondern einfach weil es ein extremes Medikament ist. Was danach passiert ist war wirklich der Supergau! 7 Monate habe ich meine Periode nicht bekommen, die ersten 4 Wochen hatte ich jeden Tag Kopfschmerzen (das war die Hölle) und meine Haut ist seit dem so schlimm und ich erlebe meine zweite Pupertät. Leider ist es immernoch schlimm. Und langsam weiß ich auch nicht, was ich noch tun kann. Jedenfalls Danke für den Artikel! Die Aufklärung ist so wichtig!

  7. Hallo,
    Ein gelungener Artikel. Den werde ich mal den Freundinnen empfehlen, die einfach keine Lust haben, sich den „Pillenreport“ durchzulesen oder zu faul sind, in der Mediathek nach der entsprechenden Stern TV Sendung zu suchen, in der auch die vielen Thrombose-Todesfälle angesprochen werden.
    Ich habe meine Pille der „zweiten Generation“ danach sofort abgesetzt, weil ich einige körperliche Nebebwirkungen endlich mit einem Auslöser in Verbindung bringen konnte. Unter anderem quälender Druckschmerz in den Beinen. Von dieser Pille bekam ich regelmäßig einige Packungen von meinem Arzt geschenkt, schon das sollte einen stutzig machen.
    Auch mir ging es sehr schnell psychisch deutlich besser und auch physisch meine ich eine bessere Leistung im Sport beobachtet zu haben.
    Der einzige Punkt ist die Frage nach der Alternative. Ich konnte mich unter deinen genannten nicht entscheiden und habe „erst mal“ den persona Verhütungscomputer verwendet. Am Anfang ist er ein bisschen nervig, aber nach einem halben Jahr hatte ich tatsächlich einen regelmäßigen Zyklus.
    Aber hier empfiehlt es sich, die Anleitung genau zu kennen: wenn an roten Tagen alle Zufälle zusammenkommen und auch noch die mechanische Zusatzverhütung versagt und man seinen Eisprung hat, dann kann auch keine Pille danach mehr „helfen“. Meine kleine Wahrscheinlichkeit kommt im August zur Welt 😉 In unserer Lage kam das jetzt nach vielen gemeinsamen Jahren einfach ein bisschen früher als geplant und wir wussten genau, dass es passieren kann. Aber es gibt eben genug Mädels, die sich nicht ausreichend mit den möglichen Auswirkungen und Wahrscheinlichkeiten beschäftigen wollen- auch bei den Alternativen. Und ich glaube hier kapitulieren viele Ärzte und verschreiben den leichtesten Weg, bei Todesfällen oder Schwangerschaft ist ja dann „die Pharmaindustrie“ schuld. Hoffen wir, dass der Stein weiter rollt und sich was ändert.

    P.S. Die Forschungen zu einer Verhütungsspritze für den Mann wurden übrigens weitgehend eingestellt, wegen zu starker Nebenwirkungen… Ironie an!

  8. Hallo, ich nehme auch keine Pille mehr, möchte dich jedoch auf etwas aufmerksam machen. Meine Freundin hatte eine Kupferkette und dadurch eine schmerzhafte Eileiterschwangerschaft. Von dieser Nebenwirkung hat der Gyn ihr nichts gesagt. Im Nachhinein hat sie dann durch googeln ganz viele Berichte dahingehend von Mädels gefunden. Also bitte Vorsicht mit der Empfehlung von Kupferketten…
    LG Becca

    1. Hey Becca, das stimmt, es gibt ein kleines Risiko für eine Eileiterschwangerschaft. Jedoch hat JEDES Verhütungsmittel Risiken und Nebenwirkungen. Es tut mir Leid, dass es ausgerechnet deiner Freundin passiert ist.

  9. Ein super Artikel!
    Ich habe die Pille erst vor 4 Jahren, mit bereits 25 Jahren, angefangen zu nehmen. Mein Freund, den ich da bereits hatte, und ich dachten, dass es eine super Verhütungsmöglichkeit wäre. Kurze Zeit später kamen jedoch bereits Nebenwirkungen. Ich nahm massig zu (über 9kg), verlor meine Naturlocken, bekam Stimmungsschwankungen und eine Depression, konnte mich kaum konzentrieren und ne Libido gab es auch so gar nicht mehr. Ich dachte lange, dass es mit meiner damaligen familiären recht schwierigen Situation zu tun hatte. Aber seit längerer Zeit nun bin ich wirklich skeptisch. Eigentlich ist alles in meinem Leben mittlerweile perfekt aber ein glückliches Leben scheint mir nicht vergönnt zu sein. Ich habe letzten Donnerstag meinen letzten Blister verbraucht und hoffe nun, dass mir das Absetzen der Pille nun endlich wieder ein erfreulicheres Leben bringt.

    Und zum Thema Partnerwahl: ich habe schon im Bekanntenkreis von einer gehört, die mit ihrem Freund ein Kind haben wollte, jedoch nach Absetzen der Pille diesen nicht mehr „riechen“ konnte. Es scheint doch bei manchen was dran zu sein!

  10. Super Beitrag! Ich habe auch vor 2 Jahren die Pille abgesetzt und hatte leider danach so extreme Schmerzen und Blutungen während der Periode…von meiner Haut wollen wir erst gar nicht anfangen. Bin schließlich in eine Blutarmut gefallen und nehme nun wieder die Pille. Mich stört es enorm schließlich wollte ich keine Hormone mehr. Jedoch sehe ich leider keine Alternative, schließlich will ich nicht jeden Monat für 2 Tage weinend im Bett liegen vor Schmerzen 🙁
    LG

  11. Ja die Pille hat viele Nebenwirkungen und es ist sicher nichts was man so leichtfertig nehmen sollte, wir es oft getan wird. Die Pille ist ein Medikament und kein Lifestyle Produkt, auch wenn sie oft so angepriesen wird als wäre es eines.
    Ich habe das erste Mal die Pille genommen mit 16 bis ich ca. 21 Jahre alt war und dann abgesetzt, weil es keine Grund gab Verhütungsmittel zu nutzen. Für mich hat sich im Laufe der Zeit dann einiges verschlechtert.. Nicht meine Haut und mit den ziemlich starken Schmerzen während der Periode, nun ja musste ich halt mit leben geht auch wieder rum, war halt dann immer mal nen Tag oder zwei krank, wenn es gar nicht ging. Aber vor allem meine Stimmung und meine Stimmungsschwankungen haben sich extrem verschlechtert. Mir ging es die Hälfte des Monats schlecht. Ich konnte mich schlecht motivieren und schlecht aufraffen. Hab mich müde und antriebslos gefühlt und alle Mittel und Tipps um das zu verbessern haben nichts gebracht. Ich wollte das irgendwie hinbekommen ohne die Pille wieder zu nehmen. Hab auch trotz aller Hinweise nicht geglaubt, dass es damit wirklich zusammenhängen könnte.
    Ich wollte keine hormonelle Verhütung mehr nutzen.

    Nach dem ich im letzten Jahr meinen derzeitigen Freund kennengelernt habe, habe ich mich nach einiger Zeit und vielem hin und her überlegen wieder für die Pille entschieden und mit allen möglichen Verschlechterungen und Nebenwirkungen gerechnet. Regelrecht drauf gewartet und bisher…nix. Doch ich habe anfangs etwas zugenommen, aber das ist schon wieder erledigt.

    Meinen Freund hab ich schon kennengelernt bevor ich die Pille wieder genommen habe und noch finde ich ihn genauso toll.
    Positive Nebenwirkungen: Meine Haut ist nicht bedeutend besser (war aber auch nie wirklich schlecht), ich habe immer noch Schmerzen während meiner Tage, aber weniger starke, aber womit ich nie im Leben gerechnet hätte: Ich bin wieder leistungsfähig und dass nicht nur 2 Wochen im Monat sondern konstant. Ich kann mich wieder motivieren und mache. So wie ich mich von früher kenne. Ich denke ich reagiere sehr empfindlich auf hormonelle Schwankungen und evtl. schwanken sie bei mir einfach auch etwas stärker. Unter der Pille ist das natürlich nicht der Fall.
    Ich denke es ist wie bei allen Dingen eine sehr individuelle Sache. Jede Frau ist anders und reagiert anders.
    Ich denke die Leichtfertigkeit mit der die Pille geraden auch sehr jungen Mädchen verschrieben wird, ist sehr kritisch zu betrachten und auch die Art wie die Nebenwirkungen, die Frauen ihren Ärzten mitteilen heruntergespielt werden und nicht ernstgenommen werden (was für doofe Ärzte es gibt), aber es gibt auch immer noch die andere Seite und wenn es Frauen unter der Pille besser geht (ob nun objektiv oder subjektiv) sollte das okay sein. Wenn man sich dann noch mit den Gedanken malträtiert, dass es so schlecht ist die Pille zu nehmen und dass man damit unbedingt aufhören muss, wird es auch nicht besser.

    Ob das für mich der letzte Schluss bleibt oder ich ein paar Jahren nochmal etwas anderes versuche und vielleicht auch erfolgreich damit klar komme, wird sich zeigen aber im Moment ist es für okay die Pille zu nehmen und Vorteile zu merken.

    1. Danke für deine Erfahrung, Katha! Du hast absolut Recht: Jede Frau ist anders und reagiert anders. Es ist so wichtig, es für sich selbst auszuprobieren und zu testen. Wenn es dir mit der Pille besser geht, ist das doch toll und die richtige Entscheidung. Viel Erfolg weiterhin 🙂

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