Hormonfreie Verhütung – von Spiralen, Kupferketten, Kupferbällen und NFP

Nie wieder Pille - Der große Vergleich hormonfreier Verhütungsmittel - Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball oder doch NFP? In diesem Blogartikel präsentiere ich dir, welche Verhütungsmittel es gibt, welche Nachteile sie haben und wie ich mich entscheiden.

Genau fünf Jahre ist es heute her, dass ich mich gegen hormonelle Verhütungsmethoden entschieden habe und stattdessen eine andere Alternative hermusste. Fünf Jahre, in denen ich meinen Körper ganz neu kennen und lieben lernen durfte.

  • Hormonfreie Verhütung – warum eigentlich keine Hormone?
  • Fünf Jahre Kupferkette – meine Erfahrungen.
  • Großer Vergleich: Kupferkette, Kupferball, Kupferspirale, Goldspirale, Diaphragma, NFP, Kondome, Sterilisation und was der Markt so zu bieten hat.
  • Die Qual der Wahl – so entscheide ich mich.

Disclaimer: Dieser Artikel ersetzt keinen Artzbesuch und keine individuelle Beratung durch einen Gynäkologen. Es besteht keine Gewähr auf Vollständigkeit.

Nie wieder Pille - Der große Vergleich hormonfreier Verhütungsmittel - Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball oder doch NFP? In diesem Blogartikel präsentiere ich dir, welche Verhütungsmittel es gibt, welche Nachteile sie haben und wie ich mich entscheiden.

Hormonfreie Verhütung – warum eigentlich keine Hormone?

Für meine Generation habe ich tatsächlich nur verhältnismäßig kurz Erfahrungen mit hormonellen Verhütungsmitteln gemacht. Zu meinem Glück. Denn wie du wahrscheinlich schon in meinem ersten Blogartikel, in dem ich das Thema hormonelle Verhütung intensiv behandelt habe, gelesen hast, tat es mir ganz und gar nicht gut.

Hormonelle Verhütungsmittel greifen in den natürlichen Zyklus der Frau ein. Da das Hormonsystem so komplex ist, ist es kein Wunder, dass hormonelle Verhütungsmittel auch eine ganze Reihe Nebenwirkungen mit sich bringen können.

Die häufigsten Nebenwirkungen der hormonellen Verhütungsmittel liegen in Gewichtsveränderungen. Du kannst zu Wassereinlagerungen neigen oder mit Heißhungerattacken kämpfen und an Körperfett zunehmen. Dazu kommen in einigen Fällen Kopfschmerzen, eine erhöhte Neigung zu Blasenentzündungen sowie Pilzinfektionen und sexuelle Unlust. Und falls dir das noch nicht reicht, erhöht sich für reinere Haut und größere Brüste auch noch das Thrombose- und Brustkrebsrisiko. Hinzu kommt ein gesteigertes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt.

Meine persönlichen Erfahrungen mit hormonellen Verhütungsmitteln beziehen sich auf die Pille. Ich hatte während dem Jahr Pille die schlimmsten Depressionen meines Lebens, furchtbare Wassereinlagerungen und Heißhungerattacken. Ich habe mich nicht mehr wie ich selbst gefühlt und wollte dort nur noch raus. Einen ausführlichen Rückblick kannst du übrigens hier nachlesen. Dort erfährst du auch alles über hormonelle Verhütung und dessen Auswirkungen.

Fünf Jahre Kupferkette – meine Erfahrungen

Nun war ich tatsächlich eine der ersten, die auf den Kupferketten-Zug aufgesprungen ist. Vor fünf Jahren entschloss ich, dass Hormone für mich keine Alternative darstellten. Ich begab mich auf die Suche nach dem Verhütungsmittel. Damals wurde es die Kupferkette. Zu dem Zeitpunkt legte noch kaum jemand Spiralen bei jungen Frauen. Deswegen suchte ich einen der wenigen Ärzte auf, der die Kupferkette anbot.

Das Einsetzen habe ich damals unter Narkose machen lassen. Ich hatte Angst vor den Schmerzen und mein behandelnder Arzt stellte es mir frei. Er empfand es als entspannt, wenn die Patientin nicht litt und ich wollte mir den Schmerz bei Bewusstsein ersparen. Die Entscheidung kann ich auch nicht bereuen. Ich weiß, dass eine Narkose immer ein gewisses (wenn auch bei jungen Menschen überschaubares) Risiko bringt, aber für mich war es okey so. Zumindest hatte ich beim Aufwachen kaum Schmerzen, nur ganz leichte Blutungen und war 1-2 etwas müde und platt von der Narkose.

Ich habe mich relativ schnell an die Kupferkette gewöhnt. Während ich in den ersten Wochen und Monaten immer noch große Angst hatte, sie zu verlieren, entwickelte ich nach dem zweiten Ultraschall nach sechs Monaten für die letzten 4,5 Jahre volles Vertrauen. Seitdem habe ich sie kaum mehr gespürt. Vielleicht habe ich bedingt stärkere Menstruationsbeschwerden an den ersten 1-2 Tagen. Aber da ich vorher die Pille genommen habe und mein Zyklus sowieso sehr unregelmäßig ist, kann ich das kaum beurteilen.

Nie wieder Pille - Der große Vergleich hormonfreier Verhütungsmittel - Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball oder doch NFP? In diesem Blogartikel präsentiere ich dir, welche Verhütungsmittel es gibt, welche Nachteile sie haben und wie ich mich entscheiden.

Großer Vergleich: Kupferkette, Kupferball, Kupferspirale, Goldspirale, Diaphragma, Kondome, NFP oder Sterilisation?!

Da die fünf Jahre Haltbarkeit meiner Kupferkette nun bald vorbei sind, ist es für mich an der Zeit, mir Gedanken um den nächsten Abschnitt zu machen. Dafür habe ich meine Frauenärztin befragt, aber auch im Internet gelesen, mir Studienmaterial angesehen und unterschiedliche Erfahrungen eingesammelt. Ich möchte vorweg sagen: Mein Artikel ersetzt weder den Gang zum Arzt, noch erhebe ich Anspruch auf Vollständigkeit. Verhütung ist ein mindestens so individuelles Thema wie es Frauen gibt und sollte stets mit Bedacht für den eigenen Lebensstil gewählt werden.

Es gibt mit Sicherheit nicht das beste Verhütungsmittel. Dir sollte klar sein, dass absolut jedes Verhütungsmittel Nebenwirkungen und Nachteile mit sich bringt. Diese Nebenwirkungen und Nachteile solltest du für dich persönlich (ggf. gemeinsam mit deinem Partner und deinem Frauenarzt) abwägen und dich vernünftig informieren. Meine Erfahrung zeigt, dass extrem viel Halbwissen und Ängste rund um diese Verhütungsthemen kursiert. Was natürlich zum Einen daran liegt, dass es kaum Studien gibt. Aber zum Anderen auch, dass sich damit gar nicht erst auseinandergesetzt wird. Einzelfälle werden zum Maßstab und sorgen so für neue Ängste.

Übrigens, vorweg noch ein bisschen Informationen für den Vergleich der Sicherheit deines Verhütungsmittels. Zwar erhält die Pille immer einen Pearl Index unter 1. In einer amerikanischen Studie mit knapp 7500 Teilnehmerinnen gab es jedoch das Ergebnis von 4,55% ungewollten Schwangerschaften unter der Pille und dem Ring. Bei Frauen unter 21 verdoppelt sich dieses Risiko sogar!

Tabelle: Vergleich nicht-hormoneller Verhütungsmittel

Im folgenden habe ich dir einen kleinen Vergleich zu den nicht-hormonellen Verhütungsmitteln aufgestellt. Dir wird ein paar Mal das Wort „IUP“ begegnen. Das steht für „Intrauterinpessar“ und bedeutet nichts anderes als ein Verhütungsmittel, das in die Gebärmutter eingesetzt wird.

VerhütungsmittelSicherheitKostenAufwandFunktionProKontra
KupferspiralePearl Index 0,3-0,8ca. 180€ für 5 JahreAlle fünf Jahre fünfzehn Minuten Einsetzen für etwa 10-15 Minuten. Das kann unter Narkose, aber auch im Wachzustand passieren.
Die Kupferspirale muss nicht fünf Jahre im Körper bleiben - wenn du merkst, dass sie dir nicht gut tut, oder du dich doch entscheidest, schwanger zu werden, kannst du sie jederzeit entfernen lassen.
Die Kupferspirale wird in die Gebärmutter eingeführt und hält sich dort selbst durch die T-Form. Die Kupferspirale wirkt Spermizid, die Spermien werden also bewegungsunfähig gemacht. Durch den Fremdkörper entsteht zwar eine dauerhafte Entzündungsreaktion - diese ist allerdings unbedenklich, da es sich viel mehr um eine Fremdkörperreaktion handelt, die verhindert, dass sich eine möglicherweise doch befruchtete Eizelle einnisten kann.
Es sind keine Auswirkungen dadurch auf die allgemeine Gesundheit bekannt.
- einmaliger Aufwand alle fünf Jahre
- die geringsten Kosten auf fünf Jahre gesehen
- sicherste Verhütung
-evtl. zusätzlicher Schutz gegen bestimmte Krebsarten der Gebärmutter
- evtl. verstärkte Monatsblutung
- Nebenwirkungen und Komplikationen treten dann mit großer Wahrscheinlichkeit auf, wenn die Gebärmutterhöhle im Verhältnis zum IUD zu schmal ist
- gering erhöhtes Risiko einer Eileiterschwangerschaft (4 bis 10 Prozent gegenüber 1 bis 2 Prozent ohne Verhütung)
- nicht für jede Frau geeignet (bei zu kleiner Gebärmutter)
- gering erhöhtes Infektionsrisiko (bei häufig wechselnden Geschlechtspartner und fehlenden Tests vor dem Einlegen)
KupferkettePearl Index 0,1-0,5ca. 250-350€ für 5 JahreAlle fünf Jahre fünfzehn Minuten Einsetzen für etwa 10-15 Minuten. Das kann unter Narkose, aber auch im Wachzustand passieren.
Die Kupferkette muss nicht fünf Jahre im Körper bleiben - wenn du merkst, dass sie dir nicht gut tut, oder du dich doch entscheidest, schwanger zu werden, kannst du sie jederzeit entfernen lassen.
Die Kupferkette wird in die Gebärmutter eingeführt und dort mit Hilfe eines Knotens in der Gebärmutterwand verankert. Die Kupferkette wirkt Spermizid, die Spermien werden also bewegungsunfähig gemacht.
Durch den Fremdkörper entsteht zwar eine dauerhafte Entzündungsreaktion - diese ist allerdings unbedenklich, da es sich viel mehr um eine Fremdkörperreaktion handelt, die verhindert, dass sich eine möglicherweise doch befruchtete Eizelle einnisten kann.
Es sind keine Auswirkungen dadurch auf die allgemeine Gesundheit bekannt.
- geringer Aufwand
- verhältnismäßig geringe Kosten
- keine oder kaum Zunahme der Monatsblutung bei der kleineren Kupferkette
- sicherste Verhütung
- auch passend für eine kleinere Gebärmutter
-evtl. zusätzlicher Schutz gegen bestimmte Krebsarten der Gebärmutter
- gering erhöhtes Risiko einer Eileiterschwangerschaft
- nicht für jede Frau geeignet (Mindestdicke der Gebärmutterwand 1cm)
- manchmal Verankerung nicht möglich
-gering erhöhtes Infektionsrisiko (bei häufig wechselnden Geschlechtspartner und fehlenden Tests vor dem Einlegen)
KupferballPearl Index etwa 0,1-0,8 (noch keine Langzeitstudien)ca. 250-350€ für 5 JahreAlle fünf Jahre fünfzehn Minuten Einsetzen für etwa 10-15 Minuten. Das kann unter Narkose, aber auch im Wachzustand passieren. Der Kupferball muss nicht fünf Jahre im Körper bleiben - wenn du merkst, dass sie dir nicht gut tut, oder du dich doch entscheidest, schwanger zu werden, kannst du sie jederzeit entfernen lassen.Der Kupferball wird in die Gebärmutter eingeführt und hält sich dort selbst durch seine dreidimensionale Form. Der Kupferball wirkt Spermizid, die Spermien werden also bewegungsunfähig gemacht. Durch den Fremdkörper entsteht zwar eine dauerhafte Entzündungsreaktion - diese ist allerdings unbedenklich, da es sich viel mehr um eine Fremdkörperreaktion handelt, die verhindert, dass sich eine möglicherweise doch befruchtete Eizelle einnisten kann. Es sind keine Auswirkungen dadurch auf die allgemeine Gesundheit bekannt.- Geringer Aufwand
- verhältnismäßig geringe Kosten
- sicherste Verhütung
- auch passend für eine kleinere Gebärmutter und bei zu dünner Gebärmutterwand
- evtl. zusätzlicher Schutz gegen bestimmte Krebsarten der Gebärmutter
- evtl. verstärkte Monatsblutung
- gering erhöhtes Risiko einer Eileiterschwangerschaft
- in 20% der Fälle ungewolltes Rausfallen des Balls
- gering erhöhtes Infektionsrisiko (bei häufig wechselnden Geschlechtspartner und fehlenden Tests vor dem Einlegen)
GoldspiralePearl Index 0,3-0,7ca. 350-400€ für 5 JahreAlle fünf Jahre fünfzehn Minuten Einsetzen für etwa 10-15 Minuten. Das kann unter Narkose, aber auch im Wachzustand passierenDie Goldspirale wird in die Gebärmutter eingeführt und hält sich dort selbst durch die T-Form. Die Kupferspirale wirkt Spermizid und verhindert zusätzlich das Einnisten der Eizelle. Sie soll zusätzlich das Infektionsrisiko senken - dies wurde aber bisher nicht wissenschaftlich belegt.- einmaliger Aufwand alle fünf Jahre
- verhältnismäßig geringe Kosten auf fünf Jahre gesehen
- sicherste Verhütung
- evtl. zusätzlicher Schutz gegen bestimmte Krebsarten der Gebärmutter
- evtl. verstärkte Monatsblutung
- gering erhöhtes Risiko einer Eileiterschwangerschaft
-nicht für jede Frau geeignet (bei zu kleiner Gebärmutter)
- gering erhöhtes Infektionsrisiko (bei häufig wechselnden Geschlechtspartner und fehlenden Tests vor dem Einlegen)
KondomPearl Index 2-12zwischen 40ct und 1€ pro KondomJedes Mal vor dem AktFängt den Samen auf und verhindert so die Befruchtung- kein Eingriff in den Körper notwendig
- zusätzlicher Schutz gegen Geschlechtskrankheiten
- zusätzlicher Aufwand
- für viele Paare ein Störgefühl
- unsicher bei falscher Anwendung oder unpassenden Kondomen
Diaphragma1-20ca. 40-50€ für 3 JahreJedes Mal vor dem Akt, einmaliges Anpassen durch FrauenarztVersperrt den Zugang zur Gebärmutter und wird häufig zusätzlich mit einem Spermizid unterstützt- kein Eingriff in den Körper notwendig
- weniger Störgefühl als bei Kondom
- zusätzlicher Aufwand
- unsicher bei falscher Anwendung
- Spermizid kann zu Reizungen führen
NFP1-6,5je nach Hilfsmitteln zwischen 10€ (bei Verwendung eines Thermometers) und 200€ (bei Verwendung eines Zykluscomputers)Tägliches Dokumentieren und Messen notwendigDurch unterschiedliche Methoden werden die fruchtbaren festgestellt, an diesen dann zusätzlich verhütet wird. Du kannst entweder auf die symptothermale Methode setzen und täglich deine Temperatur messen sowie den Zervixschleim untersuchen oder aber du verwendest andere Zykluscomputer.- kein Eingriff in den Körper notwendig
- Kennenlernen des eigenen Körpers
- intensive Anwendung
- bei unregelmäßigem Lebensstil oder Zyklus eingeschränkte Sicherheit.
- viele Anwenderfehler möglich
- zusätzlicher Verhütung notwendig
Sterilisation der Frau oder Vasektomie0,1-0,3450-1200€Einmalige Operation mit einigen Wochen WundheilungsphaseEs werden entweder die Samenleiter des Mannes oder die Eileiter der Frau durchtrennt/verschlossen. So wird Mann oder Frau dauerhaft unfruchtbar.- sehr hohe Sicherheit
- kein weiterer Aufwand nach der OP notwendig
- auf das Leben gesehen geringe Kosten
- bezieht ggf. den Mann in die Verhütungsfrage ein
- kann zu Wundheilungsstörungen führen
- kann bei Frauen zu frühzeitigen Wechseljahren führen
- nicht umkehrbar (bei der Frau) bzw. aufwendig wiederherstellbar beim Mann

Mythen und Fragen rund um Kupfer

Kupfervergiftung durch Spirale oder Kette?

Tatsächlich wurde ich auch schon mehrfach nach einer möglichen Kupfervergiftung gefragt. Trotz sorgfältiger Recherche konnte ich hierzu keine gesicherten Studien finden. Meine einzigen Werte sind Erfahrungen einzelner Personen im Internet, die von einer Kupfervergiftung berichten (ohne Belege) und eine Studie, die keinen Anstieg des Kupferwerts im Blut zeigt.

Fakt ist – JA, Kupfer ist ein Schwermetall, aber unsere Körper benötigen dennoch auch Spuren dessen. Die Abgabemenge an Kupferionen durch die Spirale und der Kette ist in der Regel so gering, dass es sich nicht auf den gesamten Organismus auswirkt.

Kupferspirale nur nach einer Geburt?

Früher wurden Kupferspiralen tatsächlich nur bei Frauen gelegt, die schon Kinder geboren hatten. Das hatte vor allem zwei Gründe: Zum Einen gab es damals noch ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko und dadurch die erhöhte Möglichkeit einer Unfruchtbarkeit. Zum Anderen ist die Gebärmutter erst nach der Geburt in ihrer vollen Größe.

Inzwischen werden Kupferspiralen aber bei Frauen jeden Alters gelegt, weil das Infektionsrisiko weitaus geringer ist und es Spiralen in verschiedenen Größen gibt.

An dieser Stelle aber der Hinweis: Wenn du schon lange mit der Pille oder einem anderen hormonellen Verhütungsmittel verhütest (seit deiner Jugend), kann es sein, dass deine Gebärmutter noch nicht voll entwickelt und deshalb nicht groß genug für die Kupferspirale ist. Das Problem kann aber einfach gelöst werden, indem du nach dem Absetzen des hormonellen Verhütungsmittels ein paar Monate wartest, sodass die Gebärmutter Zeit hat, sich zu entwickeln.

Eileiterschwangerschaft bei IUP

Wie du bereits oben gelesen hast, liegt der Pearl Index von IUPs unter 1. Das bedeutet, weniger als eine Frau auf 100 werden mit einer Kupferspirale oder ihren Verwandten schwanger. Das Problem hierbei: Wenn du genau diese eine Frau bist, erfährst du höchstwahrscheinlich eine Eileiterschwangerschaft, die bei Nicht-Entdecken Komplikationen mit sich bringen kann. Was zweifelsohne furchtbar ist, das möchte ich gar nicht klein reden.

Das ist ein gewisses Risiko. Um genau zu sein, ein Risiko von 1%.
Im Vergleich dazu erhältst du durch die Pille ein 5-fach erhöhtes Risiko einer Sinusvenenthrombose (Verschluss einer wichtigen Gehirnvene) und mit Adipositas sogar das 30-fache Risiko. Das ist ebenfalls furchtbar.

Dagegen steht übrigens der Verdacht auf ein 50% geringeres Risiko bestimmter Krebsarten der Gebärmutter durch kupferhaltige IUPs.

Die Qual der Wahl – so entscheide ich mich

Vor meinem Frauenarzttermin war meine Entscheidung eigentlich klar: Ich wollte wieder eine Kupferkette. Nachdem die letzten fünf Jahre so unproblematisch abgelaufen sind, hatte ich lediglich Angst vor dem Ziehen und Wiedereinsetzen. Meine Idee war also, mir unter Narkose die alte Kette rausnehmen und eine neue einsetzen zu lassen.

Leider ergab das Beratungsgespräch, dass meine Gebärmutter eigentlich eine wenige Millimeter zu schmale Gebärmutterwand für eine neue Kupferkette hat. Nun schwanke ich aktuell zwischen der Kupferspirale und dennoch einer neuen Kupferkette. Mein Plan ist, mir noch eine weitere Beratung einer anderen Frauenärztin bezüglich der Kupferkette geben zu lassen und danach die Entscheidung zu fällen. Für mich ist klar: Wenn die Kupferkette geht, nehme ich sie nochmal. Wenn nicht, dann probiere ich die Kupferspirale – allerdings auch hier nur nach einer Messung und allen Tests bezüglich Infektionen.

Alle anderen Verhütungsmethoden kommen derzeit nicht für mich in Frage:

NFP ist mir zu riskant, weil mein Zyklus und mein Lebensstil sehr unregelmäßig sind und es mir dann zu unsicher wird und auch zu aufwendig ist. Eine Schwangerschaft ist das Letzte, was ich möchte. Außerdem stört es mich, an den „heiklen“ Tagen zusätzlich verhüten zu müssen.

Diaphragma und Kondom sind mir zu wenig spontan und auf Dauer zu unsicher.

Bei der Goldspirale und dem Kupferball sehe ich keine Vorteile gegenüber Kette oder Kupferspirale. Der Kupferball wäre nur dann eine Option, sollte sich herausstellen, dass es weder eine passende Kupferspirale für mich gibt, noch sich die Kupferkette in meiner Gebärmutter verankern lässt.

Eine Sterilisation ist an diesem Punkt in meinem Leben noch nicht denkbar. Zum Einen habe ich Angst vor dem Eingriff (der bei Frauen deutlich riskanter und intensiver ist als bei Männern) und seinen Folgen, zum Beispiel die Möglichkeit verfrühter Wechseljahre. Zum Anderen ist es mir in dem Zusammenhang nicht den Kampf wert, mit diversen Ärzten über meine Entscheidung, keine Kinder zu wollen, zu diskutieren, weil die meisten Ärzte einen solchen Eingriff nicht unter 30 vollziehen. An dieser Stelle aber noch ein Tipp einer treuen Followerin: Im NFP-Forum haben sich wohl auch schon Frauen weit unter 30 sterilisieren lassen.

Und nun zu dir: Wie verhütest du aktuell und würdest du dieses Verhütungsmittel empfehlen? Welche Fragen sind für dich offen geblieben?

6 thoughts on “Hormonfreie Verhütung – von Spiralen, Kupferketten, Kupferbällen und NFP

  1. Ich beobachte meine Zyklen seit mittlerweile fast 11 Jahren nach Sensiplan und nutze das Wissen un fruchtbare und unfruchtbare Tage entsprechend, indem ich nur in der fruchtbaren Zeit Kondome verwende.

    Ich finde es immer schade, wenn es heißt „Mir ist NFP zu unsicher, weil mein Zyklus/mein Lebensstil zu unregelmäßig ist“, weil das bedeutet, dass man auf das von dir angesprochene (und eigentlich auch angeprangerte) Halbwissen aus dem WWW gestoßen ist und sich davon abschrecken ließ.
    NFP nach Sensiplan ist tatsächlich sehr flexibel und passt sich nahezu jedem Lebensstil an (Flugbegleiterinnen sind wohl eine der wenigen Ausnahmen, deren Alltag sich nicht mit NFP vereinbaren lässt) und ein regelmäßiger Zyklus ist lediglich ein i-Tüpfelchen aber keineswegs notwendig.

    1. Hey, danke für deine Erfahrung und deinen Kommentar. Finde ich super, wenn sich auch Frauen, die erfolgreiche solche Methoden anwenden, zu Wort melden 🙂 Tatsächlich ist das, was ich recherchiert habe, dass bei solchen Zyklen wie sie bei mir vorliegen, nur 40-50% der unfruchtbaren Tage sicher zu bestimmen wären. Selbst auf der Website von Sensiplan steht „Stress, Erkrankungen und ungesunde Lebensweise wirken sich gelegentlich erschwerend auf die Zyklusbeobachtung aus“.

      Wie aber schon gesagt: Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und habe ehrlicherweise zu NFP nicht ganz so intensiv recherchiert wie z.B. zu Kupfer oder Hormonen. Darum bin ich sehr dankbar, dass du hier noch ein paar Lücken füllen konntest 🙂

  2. Nfp ist wirklich nur oberflächlich angepeilt 😉 und ich kann das voll und ganz verstehen das es kompliziert klingt.
    Doch wer sich mit nfp nach sensiplan oder NER auseindause setzt wird merken das es am Anfang (ersten 2-4 monate) etwas kompliziert ist weil man sich reinfitzen muss aber danach hat man es ganz gut drauf. Bei MyNfp kann man sich über sensiplan etwas belesen und kann sich die App holen oder das Buch oder in der Seite lesen.
    Und wie du auch sagt ist vieles wirklich anwendungsabhängig aber das ist bei allen Methoden so……..doch was viel nicht beachtet wird ist das es bei sensiplan sonder regeln gibt die sich -5 Regel oder -8 Regel nennen 😉
    Also bei FB gibt es auch diverse Gruppen zu Nfp nach sensi oder ner sogar sehr viele Frauen mit pco wenden nfp danach an

  3. Ja klar, „gelegentlich“ kann es schon mal vorkommen, dass z.B. eine Erkältung die Auswertung vermasselt, das betrifft dann ja aber nur den jeweiligen Zyklus und dann muss man in dem Zyklus halt durchgehend z.B. mit Kondom verhüten.

    Je nach Schwere und Zeitpunkt der Erkältung/Erkrankung kann es aber auch sein, dass sich der Eisprung einfach nach hinten (bis nach der Genesung) verschiebt und eine Auswertung dann trotzdem noch möglich ist.

    Das ist übrigens auch das schöne an der Methode: man beobachtet jeden Zyklus individuell und kriegt eventuelle Verschiebungen live mit. Das erspart einem sowohl blutige Überraschungen als auch unnötige Schwangerschaftspanik. 👍

  4. Ich bin auch seit 7 jahren hormonfrei. Da ich zzt in einer festen beziehung lebe, hat mein mann sich sterilisieren lassen. Davor haben wir etwas riskant 😜 oder mit kondom verhütet. Über die eigene sterilisation hab ich mit meiner gyn gesprochen, die mir abgeraten hat. Im zuge einer zb zysten-op könne man darüber sprechen aber nur für steri meinte sie, das zahlt sich nicht aus. Vasektomie ist günstiger u weniger riskant u die ausfallszeit im vgl nicht der rede wert. Klar, wenn man mal anderen partnet hat ider single is u trd vaginalsex will… is es blöd. Ich würde allerdings beim kondom bleiben oder enthaltsam sein. Iwas einsetzen kommt für mich nicht in frage.

  5. Viel zu wenige Frauen beschäftigen sich noch immer mit den Auswirkungen hormoneller Verhütung. Daher finde ich es super, dass du darauf aufmerksam machst. Die Pille macht die Frauen kaputt und die Männer weigern sich in der Regel immernoch Verantwortung für die Verhütung zu übernehmen, das ist sehr schade.

    Ich habe sehr gute Erfahrungen mit NFP gemacht – auch mit Stress, Feiern, Krankheiten, beruflichem Reisen und ähnlichem funktioniert die Methode bei mir sehr gut. In mehreren Jahren hatte ich nur ein oder zwei nicht auswertbare Zyklen und bin nicht schwanger geworden. 🙂

    Der Einsatz eines Fremdkörpers kommt für mich auch nicht in Frage, weil mein Immunsystem gerne gegen diese kämpft, das heißt ich bin dann dauerhaft müde. So eine Entzündung schwächt schon.

    Wenn ein künftiger Partner dieser Verhütungsmethode nicht vertrauen würde, dann würde ich nur noch auf Kondome setzen. Denn meine Gesundheit ruinieren nur für seinen Spaß, das sehe ich nicht mehr ein.

    Liebe Grüße,
    Tina

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