Tattoo & Sport – Ein Guide zu Sportpause und anderen Mythen

Möchtest du dich tätowieren lassen? Erfahre in diesem Artikel alles, was du über frisch gestochene Tattoos und Sport, Sportpause und Mythen rund um Tattoos wissen musst. Wie du dich richtig nach dem Tätowieren verhältst und trotzdem trainieren kannst und warum Einreißende Tattoos durch Muskelaufbau ein Mythos sind.

Es gibt genug Menschen, die sich entscheiden, ein Bild bis zum Ende ihres Lebens auf der Haut zu tragen. Die gleichen Menschen sind manchmal Sportler – Sportler, die ungern Pause einlegen möchten und ambitioniert trainieren.

Ich selbst habe inzwischen sechs Tattoos an unterschiedliche Körperstellen. Mein erstes gab es zwischen den Schulterblättern, damals war ich noch ganz besonders vorsichtig. Ich legte sogar fast eine Woche Sportpause ein und traute mich zwei Wochen lang nicht an die Klimmzugstange. Weiter ging es mit meiner Schulter und den beiden Unterarmen. Von mal zu mal wurde die Angst um meine frischen Tattoos weniger – bei den letzten beiden Tattoos an Trizeps und Wade habe ich sogar direkt am nächsten Tag trainiert.

Doch heute möchte ich dir einen kleinen Guide liefern, wie du dich auf deine Tätowierung vorbereiten kannst und was du in Verbindung mit Sport beachten solltest.

Dieser Artikel enthält folgende Themen:

  • Die Wahrheit über den Mythos: “Tattoos, die durch Sport einreißen”.
  • Tattoos und Sport – Alles über die Pausendauer und das richtige Verhalten nach der Tätowierung.
  • Was du vor dem Tätowieren bedenken und beachten solltest.

“Ich lasse mich nicht tätowieren, weil das Tattoo womöglich durch den Muskelaufbau einreißt”

Reißt dein Tattoo durch Sport ein? Wie lang muss die Sportpause nach dem Tätowieren ausfallen? Was gibt es vor und nach dem Stechen zu beachten?

Lieber Läufer, bitte lass deine Angst Zuhause, wenn du dir ein Tattoo auf die Wade stechen lässt. Deine Wade wird niemals so massiv wachsen, dass das Tattoo wirklich einreißt. Zumindest nicht, wenn du weiterhin läufst und nicht plötzlich mit Anabolika pumpen gehst. Danke.
Wirklich – immer wieder höre ich von der Angst, sich Tattoos stechen zu lassen, weil sie durch den Sport einreißen könnten. Natürlich, es kann passieren. Wenn du sehr schwaches Bindegewebe hast und sowieso zu Dehnungsstreifen neigst, ist dein Risiko deutlich höher. Und dann kommt der Fakt hinzu, dass dein Tattoo an einer empfindlichen Körperstelle, die großen Veränderungen ausgesetzt ist, eher einreißt. Es hängt von deinen sportlichen Ziele ab und wie schnell du diese erreichst – beim naturalen Sportler, der Krafttraining aus Spaß an der Freude macht und nicht nur um massiv aufzubauen, wird es kein so dramatisches Wachstum in kurzer Zeit geben, dass sich die Haut nicht daran gewöhnen könnte. Denk’ dran, wir Frauen bauen maximal vier Kilogramm Muskelmasse im ersten Jahr Training auf (unter perfekten Bedingungen). Bei Männern kann es bis zu doppelt so viel sein, aber auch das wird dir wenig Risiko bringen, so lange sich diese acht Kilo nicht ausschließlich an frisch tätowiertem Bizeps und Brust ansammeln.

Möchtest du dich tätowieren lassen? Erfahre in diesem Artikel alles, was du über frisch gestochene Tattoos und Sport, Sportpause und Mythen rund um Tattoos wissen musst. Wie du dich richtig nach dem Tätowieren verhältst und trotzdem trainieren kannst und warum Einreißende Tattoos durch Muskelaufbau ein Mythos sind.

Tattoos und Sport – Verhalten nach dem Tätowieren

Reißt dein Tattoo durch Sport ein? Wie lang muss die Sportpause nach dem Tätowieren ausfallen? Was gibt es vor und nach dem Stechen zu beachten?

Nach dem Tätowieren musst du 2, 4 oder sogar 8 Wochen Sportpause machen? Das kommt drauf an. Du lässt dir ein kleines Sternchen auf die Rippen tätowieren? Dann kannst du wahrscheinlich direkt im Anschluss ins Studio gehen und pumpen oder im Wald laufen. Was du beachten solltest nach deiner Tätowierung in Bezug auf Sport:

  • Je flächiger und tiefer das Tattoo gestochen ist, umso länger sollte die Sportpause ausfallen, um keinen Schweiß und Keime in die offene Wunde gelangen zu lassen
  • Bei kleineren Tattoos, die weniger flächig und tief gestochen werden, kannst du wahrscheinlich schon nach 1-2 Tagen wieder trainieren.
  • Wenn du kurz nach dem Tätowieren trainierst, ist es wichtig, die verletzte Hautpartie keimfrei zu halten und Reibung zu vermeiden. Das heißt, dass du keine drückende Kleidung an der entsprechenden Körperstellen tragen solltest. Ist lockere Kleidung unvermeidbar, solltest du darunter etwas Frischhaltefolie auf der Wunde lassen.
  • Vor und nach dem Sport solltest du dein frisches Tattoo mit kaltem Wasser und Küchenrolle abwischen und mit etwas Tattoocreme oder Kokosöl beschmieren.
  • Berühre das Tattoo so wenig wie möglich – am besten ausschließlich mit sterilen Handschuhen.
  • Vermeide intensive Dehnungen der betroffenen Hautpartie und starkes Pumpen bei großflächigeren Tattoos. Das führt zu unnötiger Spannung in der Wunde und könnte ein Aufreißen begünstigen.
  • Sei 2-4 Wochen nach dem Stechen achtsam und pflege dein Tattoo gut. Das heißt, du solltest es regelmäßig mit Wasser waschen und cremen, um die Wunde geschmeidig werden zu lassen.
  • Vermeide starkes Krusten und halte die Wunde feucht. Am besten ist frische Luft und Tattoocreme.

Möchtest du dich tätowieren lassen? Erfahre in diesem Artikel alles, was du über frisch gestochene Tattoos und Sport, Sportpause und Mythen rund um Tattoos wissen musst. Wie du dich richtig nach dem Tätowieren verhältst und trotzdem trainieren kannst und warum Einreißende Tattoos durch Muskelaufbau ein Mythos sind.

Verhalten und Bedenken vor dem Tätowieren

Noch ein kleiner persönlicher Nachtrag. Vermeide Stress in den Tagen vor dem Tätowieren.

Nach meinem letzten Tattootermin im April kann ich dir das nur wärmstens ans Herz legen und auch meine Tätowiererin hat schon viele ähnliche Erfahrungen machen können. Mein letztes Tattoo bekam ich drei Tage nach dem Unfall auf der Autobahn. Auch wenn ich körperlich nicht sehr viel abbekommen hatte, stand ich nach wie vor unter Schock. Mein Körper war nach wie vor in einer Alarmsituation und das Tätowieren war so schmerzhaft wie nie zuvor. Wirklich, normalerweise ist meine Tätowiererin die sanfteste, die ich kenne. Sie tätowiert wirklich nur so tief wie nötig, damit das Tattoo eine gute Haltbarkeit erlangt, aber nicht tiefer, sodass es vernarbt. Und dennoch waren die zwei Stunden bei ihr die reinste Hölle in dieser Situation.

Also: Vor dem Tätowieren ein paar Tage Ruhe und Entspannung einplanen und gut gefüttert sowie ausreichend hydriert zum Tattoo-Termin gehen. Genau so wichtig ist ausreichend Schlaf und das Weglassen von Alkohol und Schmerztabletten in den 24-48 Stunden vor dem Termin. Wenngleich beides immer eine gute Idee ist 😉

Ich hoffe, dieser Artikel hat dir etwas weitergeholfen, um deinem bevorstehenden Tattoo ein bisschen besser vorbereitet entgegenzukommen. Was hast du für Erfahrungen mit Tattoos und Sport gemacht?

6 thoughts on “Tattoo & Sport – Ein Guide zu Sportpause und anderen Mythen

  1. Ich frage mich immer noch, warum Menschen denken Tattoos wären assozial und werden nur von dummen Menschen getragen, mein Ex-Chef gehört unter anden zu diesen Leuten. Es ist ja heute eigentlich keine Ausnahme mehr, dass Menschen tättowiert sind, eher im Gegenteil, daher kann ich das kaum nachvollziehen, aber gut, bei meinem Ex-Chef waren auch bunte Haare ein Drama!

    Ich selbst habe keine Tattoos, aber aus anderen Gründen und würde niemals jemanden deswegen bevorurteilen, ich kann ja nicht am Tattoo ablesen wie der Mensch tickt.

    Ein sehr interessanter Beitrag und vor allem das mit Stress ist wirklich interessant, wahrscheinlich weil man immer in einer Art Fluchtmodus ist!?

    Und tättowieren ist ja auch eine Art Verletzung, also eigentlich logisch, dass man darauf zwar Rücksicht nehmen muss, aber eben auch beachten sollte wo und wie doll die Verletzung ist. Bei nem Kratzer am Arm machen wir ja trotzdem weiter Sport, mit einem gebrochenen Fuß eher nicht ^^

    Liebste Grüße,
    Vivka

  2. Hi Paula!
    Ich hab zufällig diesen schon etwas älteren Beitrag entdeckt und muss sagen, er kommt mir gerade recht! Ich habe mich nie wirklich mit dem Thema Tattoos und Sport auseinandergesetzt, weil ich bis jetzt noch tattoofrei unterwegs war – allerdings habe ich gerade mein erstes in Planung, weshalb deine Tipps gerade echt hilfreich für mich sind! 🙂
    Liebe Grüße,
    Melanie

    1. Hej Melanie, danke für deinen Kommentar 🙂 Das ist doch super! Der Artikel bleibt genauso aktuell wie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung – und bis heute hätte ich NICHTS anders gemacht. Also viel Spaß mit deinem ersten Tattoo und nur Mut 🙂

  3. Hej,
    ein informativer und hilfreicher Beitrag.Ich schau nämlich auch gerade, wann ich wieder Sport machen kann. Dabei ist klar, dass das nix wird, solange mein Arm noch geschwollen ist. Die Lymphe muss ja erstmal abtransportiert werden. Mein Körper wird mir schon sagen, wann er wieder bereit zum Bouldern ist. Da freu ich mich jetzt schon drauf. Und ein bisschen Core Training wird schon bald wieder gehen.
    Hübsche Tattoos hast du, btw.
    Liebe Grüße

  4. Hey komme gerade vom Stechen – 2 Buchstaben am Handgelenk! Also kaum der Rede wert? Als Triathlet trainiere ich ja eigentlich jeden Tag 1-2 Mal, und heute z.b. steht auch eigentlich 2 Stunden Rad auf dem Programm.

    Würdest Du das lassen? Oder einfach drauf achten, dass da kein Schweiß hinfließt?

    Die tätowiererin meinte, dass ich das Wundpflaster min. 24Stunden drauf lassen soll. Soll ich dann z.b. ein neues raufmachen nach dem Sport?

    Vielleicht mach ich es zu kompliziert, aber beim ersten Tattoo ist ja noch alles neu 🙂

    BG Sören aus Potsdam

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