Stress – Der Faktor, der deinen Erfolg limitiert

Du willst bessere Zeiten laufen, mehr Muskelmasse aufbauen, endlich an Gewicht verlieren… Doch es klappt einfach nicht. Tausende Male hast du es versucht, auf hundert verschiedene Arten, doch es bleibt erfolglos. Vor Verzweiflung und aus Frust verfällst du immer wieder in deine alten Verhaltensweisen zurück, die dich scheinbar noch weiter von deinem Ziel entfernen. Und trotzdem startest du immer wieder neue Versuche. Noch radikaler. Noch besser. Dieses Mal wirklich, denkst du dir bei jedem Neustart und scheiterst wieder.

Doch warum ist das so? Warum hapert es immer und immer wieder daran, deinem Ziel auch nur ein bisschen näher zu kommen?
Im Gegenteil, es scheint, als würdest mit jedem Versuch einen weiteren Schritt zurück machen. Als würdest du immer langsamer laufen, immer mehr Fett aufbauen und/oder immer weniger Kraft und Muskelmasse aufbringen können.

Dabei liegt in den meisten Fällen das gleiche Problem an de Wurzel allen Übels: Stress. Glaubst du nicht? Dann lies weiter und erfahre alles über:

  • Die Auswirkungen von Stress auf den Körper
  • Ursachen für Stress
  • Selbsttest – Stehst du unter Stress?
  • Lösung gegen Stress

 

Auswirkungen von Stress auf den Körper

Stress beginnt im Hirn. Als Reaktion auf Input, der uns auf Grund unserer Erfahrungen oder seiner Neuartigkeit ‘gefährlich’ erscheint. Diese Reaktion steuern wir nicht bewusst, sondern läuft in unserem Kopf ganz von selbst ab.
Kurzfristig führt das zu Herzklopfen, erhöhtem Blutdruck, vegetativen Reaktionen und Adrenalinausstoß – wir werden unruhig und ‘getrieben’, was aber kein Problem ist, sofern wir den Stress abbauen können (z.B. durch Bewegung). Doch langfristiger Stress hat schwerwiegende Folgen: mangelnde Erholung und Entspannung sorgen dafür, dass unsere Belastbarkeit (psychisch wie physisch) immer geringer wird. Der dauerhaft erhöhte Kortisolspiegel verhindert nicht nur Muskelauf- und Fettabbau durch die sinkende Testosteronkonzentration, sondern auch einen reibungsfreien Zuckerstoffwechsel und kann so zunächst zu Heißhungerattacken und später auch zu ernsthaften Erkrankungen wie Diabetes führen. Die Abwehrkräfte werden schwächer, die Regeneration leidet – da ist einleuchtend, dass sportliche Leistungen, Diäterfolge und Muskelaufbau auf sich warten lassen. Aber auch die mentale Leistungsfähigkeit lässt nach, weil bestimmte Hirnareale schlechter versorgt werden.

Ursachen für Stress

Stress ist nicht ‘nur’ ein Problem des zeitlichen Managements. Wie oben bereits genannt, beginnt Stress im Hirn – und das ist im Allgemeinen kein aktiver Vorgang. Häufig beginnt die Stressreaktion schon, bevor wir uns bewusst sind, dass diese Situation in uns Stress auslöst.
Kurzfristiger Stress ist für uns sogar teilweise erwünscht. Er löst eine Bewegung aus und ohne Stress wäre z.B. Sport und Progression gar nicht möglich. Wichtig hierbei ist eben nur, dass der Stress auch wieder nachlässt und wir zur Ruhe kommen und sich die Hormone wieder regulieren.
Kurzfristiger Stress ist also auch Antrieb und kommt beispielsweise bei Prüfungen, Sport, Beziehungsproblemen, Hunger, Zeitdruck, Reizüberflutung, beruflichen oder persönlichen Anforderungen, Krankheit, Lärm, physikalische und chemische Reize, etc. ganz natürlich in unserem Körper vor.
Wird der Stress langfristig/chronisch, wird das Ganze erst gefährlich. Langfristiger Stress kann aus genau den Gleichen Faktoren entstehen wie kurzfristiger, mit dem Unterschied, dass er nicht mehr nachlässt. Häufig liegen die Ursachen dafür in Übertraining, hohem Ehrgeiz und Leistungsdruck, perfektionistischer Veranlagung, Ängsten (z.B. vor Ablehnung, Verantwortung, Verlust), Diäten, Krankheiten, schlechtem Zeitmanagement, Schlafmangel, falsche Ernährung, mangelnder Lösungsfähigkeit von Problemen, schwachem Selbstwertgefühl, mangelnde Durchsetzungsvermögen, etc. – und so kann auch die Obsession und das ständige Auseinandersetzen mit der Ernährung, Training und so weiter zu langfristigem Stress führen!

Stehst du unter Stress?

Oft ist uns gar nicht bewusst, dass wir unter Stress stehen – denn es ist alles wie immer. Doch dabei wird vergessen: den allermeisten Stress machen wir uns selbst. Wie oben gelesen sind es Persönlichkeitsstrukturen und Denkweisen, die langfristigen Stress begünstigen und nicht bloß äußere Faktoren. Natürlich gibt es äußere Faktoren, die fast jeden Menschen stressen, doch das Ausmaß ist individuell.
Folgende Indizien können dafür sprechen, dass du unter Stress stehst:

  • Unruhe, Rastlosigkeit, innere Getriebenheit, Ziellosigkeit
  • Schlafstörungen, erhöhtes Schlafbedürfnis, unerholsamer Schlaf
  • Konzentrationsschwäche
  • niedrige Reiztoleranz
  • Magen-Darm-Beschwerden, chronische Erkrankungen
  • depressive Verstimmungen, Gefühl der Überforderung
  • Libidoverlust
  • Muskelschwäche
  • verminderte Leistungsfähigkeit (psychisch wie physisch)
  • vermehrte Fett-, Wassereinlagerungen, Muskelabbau
  • Heißhungerattacken, fehlende Sättigung oder Appetitlosigkeit
  • vorzeitige Zellalterung, Falten, Hautreaktionen
  • geschwächtes Immunsystem
  • Erschöpfung, bleierne Müdigkeit

Die Liste kann noch unendlich weitergeführt werden, da es auch hier individuelle Unterschiede gibt. Jedoch gibt das einen groben Überblick darüber, was dauerhafter Stress alles auslösen kann. Es gibt Blutwerte und Speichelproben, die helfen können, das Stresslevel zu bestimmen, jedoch sind diese auch nicht in jedem Fall verlässlich.

Die Lösung

Wahrscheinlich hat dich dieser Artikel nun schon so sehr gestresst, dass du spätestens jetzt Lösungen brauchst, dein Stresslevel in den Griff zu bekommen 😉 Wichtig ist, sich aus den Maßnahmen zur Stressreduktion sich nun nicht noch weiter in die Stressspirale zu manövrieren.
Deshalb: Durchatmen und vernünftige Strategien ausdenken. Die Faktoren für den Stress sind auch wieder individuell. Je nachdem, in welchen Gedankenmustern du dich befindest, brauchst du unterschiedliche Lösungen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: die unsichtbaren Skripte in deinem Hirn aufzuspüren und zu verändern. Ein unsichtbares Skript meint das Muster, in dem du denkst, ohne es genau zu wissen. Simples Beispiel: wenn ich keine guten Noten schreibe, bin ich wertlos oder aber: nur, wenn ich abnehme, kann ich mich wohlfühlen, ….

Natürlich ist das nicht leicht, an diese Muster heranzukommen, jedoch ist es wichtig, sich von Zeit zu Zeit damit auseinanderzusetzen und eine Verhaltensänderung ist unvermeidlich.
Darüber hinaus können folgende Maßnahmen zu besserem Stressmanagement beitragen:

  • Radikale Bremse ziehen. Egal ob es die Diät ist, die immer wieder scheitert, das Training, das sich immer weiter in die Abwärtsspirale dreht oder persönlicher Erfolg, der nicht zu erreichen scheinen mag – Mache hier einen Cut. Lass es sein und lass ein paar Tage/Wochen Ruhe einkehren in dieses Thema. Auf Zwang erreichst du hier nichts mehr, deine Priorität sollte auf Erholung liegen, damit du dann mit neuer Energie und dem richtigen Fokus, Durchgeplantheit und stressfrei durchstarten kannst, um jetzt wirklich deine Ziele zu erreichen.
  • Meditation, Yoga, autogenes Training, Atemtherapie – tief durchatmen bewirkt manchmal Wunder
  • Spazierengehen, sanfter Ausdauersport
  • regelmäßiges moderates (!) Training (wenn nicht gerade genau hier der Hund begraben liegt ;))
  • Bewusste Pausen einlegen mit Tätigkeiten, die zur Ruhe bringen, z.B. Lesen, Handarbeiten, etc.
  • Soziale Interaktion mit Menschen, die gut tun, Lachen
  • ‘Nein’ sagen
  • Therapie
  • Positiv Denken – Skills, z.B. täglich 3 gute Dinge des Tages aufschreiben, Dankbarkeitstagebuch führen, Motivationstagebuch
  • Fokussieren auf das Wesentliche
  • ausreichend Zeit zum Schlafen einplanen, ggf. mit Baldrian oder Beruhigungstee nachhelfen
  • Grüner Tee statt Kaffee (nicht mehr zu spät am Abend)
  • ausgewogene Ernährung mit 5-10 Portionen Obst und Gemüse täglich, der richtigen Kohlenhydrate und weniger Säurequellen
  • Stretching, Foam Rolling, Massagen
  • ….

deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Finde die Ursachen deines Problems und arbeitet am besten mit anderen Menschen, einem Fitnesscoach oder in einer Therapie an Lösungswegen. Und schon bald steht eurem Erfolg nichts mehr im Wege 🙂

Konntest du schon ähnliche Erfahrungen mit Stress machen? Was tust du zum Stressabbau? Schreib es in einen Kommentar 🙂

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Wie Stress die Fettverbrennung hemmt
Übertraining
Wenn Sport krank macht
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Wie negative Gedanken die Leistung verschlechtern

8 thoughts on “Stress – Der Faktor, der deinen Erfolg limitiert

  1. Du bringst immer so schön auf dem Punkt. Ich sehe mich in so vielen Texten wieder..
    Vielen Dank für die tollen Worte, sie regen jedes Mal zum Denken an!

    Ich hoffe du nimmst es selbst auch für dich wahr und gönnst dir Ruhe!

    Alles Liebe, Xenja

  2. Hallihallo,
    du hast einfach soooo recht, danke für den informativen Beitrag!
    Viele Leute unterschätzen total, was für ein großer Faktor “Stress” eigentlich ist – und welche Auswirkungen Stress auf die Leistung UND die Gesundheit haben kann! Tolle Tipps! 🙂
    Ganz liebe Grüße!
    xxx Melanie von http://squatsgreensproteins.de

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